Stiftung zeichnet im sächsischen Freiberg Preisträger aus

Preisverleihung 16. Juni 2011

Freiberg, 16. Juni 2011 - Die gemeinnützige Stiftung Steine-Erden-Bergbau und Umwelt vergab bereits zum neunten Mal ihren bundesweit ausgeschriebenen Förderpreis. Insgesamt fünf Preisträger erhielten aus den Händen von Prof. Dr. Carsten Drebenstedt, Beiratsvorsitzender der Stiftung, und Leo
Mittelholzer, Vertreter der Stifterin Holcim (Deutschland) AG, die Auszeichnungen. Zwei Preisträger stellten dem versammelten Fachpublikum die wesentliche Erkenntnisse ihrer Arbeiten in Kurzbeiträgen nochmals vor.

Preisträger Dr.-Ing. Bernd Müller vom gleichnamigen Geotechnischen Sachverständigenbüro aus Leipzig stellte die Anwendung physikalischer Zusammenhänge in der Bohr- und Sprengtechnik und die sich daraus ergebenden neuen Möglichkeiten dar: Es gibt einen Zusammenhang zwischen den Fortbewegungsgeschwindigkeiten von Wellen in einem Gestein, der
Detonationsgeschwindigkeit eines Sprengstoffes und den daraus
resultierenden Sprengwirkungen. Dabei wies er nach, dass es sehr gute Zertrümmerungsergebnisse gibt, wenn die Detonationsgeschwindigkeit höher als die Wellengeschwindigkeit im Gestein ist. Bei einem umgekehrten Verhältnis sei die Zertrümmerung schlecht gewesen mit vielen zusätzlichen
Schwingungen als Nebenwirkung, welche Schäden im Umfeld der Sprengung hervorrufen können, wie beispielsweise Risse in angrenzenden Gebäuden.

Ein weiterer Preis ging an Manuel Sedlak vom Industrieverband Steine und Erden Baden-Württemberg e.V. für seine Arbeit zum naturschutzrechtlichen Ökokonto in Baden-Württemberg. Der heutige Mitarbeiter des Industrieverbandes untersuchte in seiner Studie, nach welchen Kriterien und Bewertungen Ökopunkte vergeben werden können und wie sich so Chancen für Synergien zwischen Industrie und Naturschutz ergeben. Ausgangsbasis war
eine Ökoverordnung aus dem Jahr 2008, welche für die Industrie so nicht akzeptabel und handhabbar gewesen ist. Die Grundidee für den neuen Ansatz in seiner Abschlussarbeit war, die naturschutzrechtliche Eingriffsregelung zu flexibilisieren und vor allem ökologisch als auch ökonomisch zu optimieren. So kann ein "Sparbuch" angelegt werden, welches zeitlich unabhängig mit Ökokontopunkten aufgefüllt werden kann. Auch ein Handel mit
Ökopunkten ist möglich.

Die Arbeit vom Landesamt für Geologie und Bergwesen Sachsen-Anhalt aus Halle über die Charakterisierung der Schwermineralspektren mittel- und oberpleistozäner Kiessande am Saale-Unterlauf wurde gleichfalls mit einem Preis bedacht.

Zudem wurden in diesem Jahr gleich zwei Sonderpreise vergeben: Einen Preis erhielt die Nordhäuser Stahl GmbH, welche eine "schwimmende Photovoltaikanlage" entwickelte. Dahinter steht der Gedanke einer umweltverträglichen Ressourcenbewirtschaftung auf ehemals bergbaulich genutzten Flächen. Verwirklicht wurde diese Idee im Jahr 2008 durch den Aufbau einer Pilotanlage in den Nordhäuser Kiesgewässern, welche seitdem störungsfrei Solarstrom produziert. Den zweiten Sonderpreis bekam Rolf
Hausmann aus Schkeuditz für sein Portfolio "Lebensräume aus Menschenhand" über die Kiesgrube Wallendorf der Mitteldeutschen Baustoff GmbH.

Vergeben wurden alle Auszeichnungen der Stiftung Steine-Erden-Bergbau und Umwelt im Rahmen des 20. Freiberger Steine- und Erdenkolloquiums, welches am 16. und 17. Juni in Freiberg stattfand und von der TU Bergakademie und dem Unternehmerverband Mineralische Baustoffe UVMB e.V. veranstaltet wurde. Für die abgelaufene Wettbewerbsrunde der Stiftung wurden insgesamt elf Arbeiten eingereicht.