Erster Preis für Luft aus dem Schacht

Freiberg, 30. September 2004 – Mit 5.000 Euro Preisgeld wurde die Idee, Planung und bergmännische Umsetzung zur Nutzung unterirdischer Wetter für die Klimatisierung des Kreiskrankenhauses Freiberg gewürdigt. Dipl.-Geol.-Ing. Andreas Benthin und Dipl.-Ing.oec. Marion Thierbach belegten damit den 1. Platz beim “Förderpreis 2005 der Stiftung Steine-Erden-Bergbau und Umwelt“, welcher am 30. September anlässlich des 4. Baustoffkolloquiums an der Bergakademie Freiberg vergeben wurde. Das Projekt sieht die Nutzung der konstanten Lufttemperatur von etwa 10°C und der konstanten hohen Luftfeuchte von 95 % des sogenannten „Hauptstolln“ unter Freiberg vor. Im Bereich des Krankenhauses wurde ein 63 tiefer Schacht gebaut und ein leistungsfähiger Grubenlüfter saugt schadstoffunbelastete Luft aus dem 2,65 km entfernten Muldental bei Tuttendorf an. Seit 8. Juli 2004 ist die Anlage in Betrieb und sorgt mit einem Volumenstrom von 73.100 m3/h für Klimatisierung des Foyers, des OP-Bereichs und einem Großteil der Patientenräume. Bei Amortisationsdauer von maximal 15 Jahre wird mit einer jährlichen Energieeinsparung von 30.000 Euro gerechnet.

Für den inzwischen 6. Förderpreis wurden 19 Arbeiten eingereicht, bestehend aus einer Dissertation, neun Diplomarbeiten, sechs Auftragswerken von Planungs- und Ingenieurbüros sowie Verbänden und drei von Privatpersonen und Vereinen. Weitere Preise erhielten Arbeiten zur Verwendung von Satellitenbilddaten für die Überwachung von kleinen Tagebauflächen der Rohstoffgewinnung von Steinen und Erden durch standardisierte Methoden der Bildauswertung und die Künstlerische Nachnutzung und Renaturierung des Steinbruchs Reinhardtsdorf (Sächsische Schweiz). Ein Sonderpreis wurde für einen grenzüberschreitenden Lehrpfad zur Geschichte des Altbergbaus im Zittauer Becken als Radwanderweg vergeben.